Wem gehört eine Domain? WHOIS- und RDAP-Abfrage erklärt
Zuletzt geprüft: 20.10.2026
Eine WHOIS-Abfrage zeigt, wer eine Domain über welchen Anbieter und bis wann registriert hat. Seit 2018 sind die meisten Inhaberdaten verborgen, doch der Eintrag beantwortet weiterhin die wichtigen Fragen: Ist der Name vergeben, wer ist der Registrar, wann läuft die Domain ab und ist sie gesperrt?
Kurz gesagt
- WHOIS ist das alte Klartext-Protokoll, RDAP sein strukturierter, JSON-basierter Nachfolger. Für generische Endungen wie .com ist RDAP seit Januar 2025 die maßgebliche Quelle.
- Seit die DSGVO im Mai 2018 in Kraft trat, sind Name, Anschrift und E-Mail des Inhabers in den meisten Einträgen geschwärzt.
- Registrar, Datumsangaben, Nameserver und Statuscodes bleiben öffentlich – und genau die braucht man meistens.
- Eine abgelaufene .com-Domain wird nicht sofort frei: Sie durchläuft zuerst eine Kulanzfrist, eine 30-tägige Redemption-Phase und 5 Tage Pending Delete.
WHOIS und RDAP
WHOIS (Port 43) stammt aus den Anfängen des Internets: Jede Registry liefert Freitext im eigenen Format, ohne festen Zeichensatz und ohne zu wissen, wer fragt.
RDAP (Registration Data Access Protocol) antwortet über HTTPS mit JSON in fester Struktur, unterstützt internationale Zeichen und erlaubt Registries, verschiedenen Nutzern unterschiedlich viele Details zu zeigen. ICANN hat RDAP für Registries und Registrare generischer Endungen verpflichtend gemacht und verlangt seit dem 28. Januar 2025 keinen WHOIS-Dienst mehr. Viele Länderendungen bieten dagegen weiterhin nur WHOIS.
whoistool fragt zuerst RDAP und weicht auf WHOIS aus, wenn eine Endung keinen RDAP-Dienst hat – das Ergebnis sieht in beiden Fällen gleich aus.
Was im Eintrag steht
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Registrar | Der Anbieter, über den die Domain registriert wurde. Transfers, Verlängerungen und Beschwerden laufen über ihn. |
| Registrierungsdatum | Wann die Domain registriert wurde. Wird sie gelöscht und neu registriert, beginnt das Datum von vorn. |
| Ablaufdatum | Bis zu diesem Tag ist sie bezahlt. Die meisten Registrare verlängern automatisch, wenn der Inhaber das eingestellt hat. |
| Letzte Änderung | Die letzte Änderung am Eintrag (Verlängerung, neue Nameserver, geänderte Kontaktdaten). |
| Nameserver | Die DNS-Server, die für die Domain antworten; sie verraten meist den DNS- oder Hosting-Anbieter. |
| Status | Sperren und Lebenszyklus-Phase, gesetzt vom Registrar (client…) oder von der Registry (server…). |
| Inhaber (Registrant) | Der Eigentümer. Meist geschwärzt; manchmal sind Organisation und Land noch sichtbar. |
Warum der Inhaber verborgen ist
Nach der DSGVO sind Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail einer Person personenbezogene Daten. Seit Mai 2018 schwärzen Registries und Registrare generischer Endungen sie standardmäßig (man sieht dann etwa REDACTED FOR PRIVACY), und viele Länder-Registries – auch die DENIC für .de – veröffentlichen gar keine Inhaberdaten mehr.
Zusätzlich bieten viele Registrare Privacy- oder Proxy-Dienste an, die statt des Inhabers die eigenen Daten zeigen. Ein verborgener Inhaber ist also normal und kein Warnsignal.
So erreichen Sie den Inhaber trotzdem
- Nutzen Sie das Kontaktformular oder die anonymisierte E-Mail-Adresse, die der Registrar im Eintrag angibt; Nachrichten werden an den Inhaber weitergeleitet.
- Schauen Sie auf die Website der Domain: Kontaktseite, Impressum oder der Mailanbieter aus den MX/SPF-Einträgen führen oft zur richtigen Person.
- Bei Spam, Phishing oder Malware schreiben Sie an die Abuse-Adresse des Registrars aus dem Eintrag; Registrare müssen Missbrauchsmeldungen bearbeiten.
- Bei einem berechtigten rechtlichen Interesse können Sie die geschwärzten Daten beim Registrar anfragen oder – bei teilnehmenden Registraren generischer Endungen – über ICANNs Registration Data Request Service (RDRS).
- Verletzt die Domain Ihre Marke, können Sie sie über das UDRP-Verfahren beanspruchen, ohne den Inhaber zu verklagen.
Statuscodes
| Status | Bedeutung |
|---|---|
ok | Keine Einschränkungen, nichts ausstehend. |
clientTransferProhibited | Transfersperre des Registrars. Normal und empfohlen; sie wird aufgehoben, wenn der Inhaber einen Transfer wünscht. |
clientUpdateProhibited, clientDeleteProhibited | Der Eintrag kann erst geändert oder gelöscht werden, wenn der Inhaber ihn entsperrt. |
serverTransferProhibited und andere server…-Codes | Dieselben Sperren, gesetzt von der Registry (z. B. Registry Lock oder während eines Streits). |
clientHold, serverHold | Die Domain ist nicht im DNS veröffentlicht: Website und E-Mail funktionieren nicht. Oft nach Zahlungsausfall oder Gerichtsbeschluss. |
autoRenewPeriod | Die Domain wurde beim Ablauf automatisch verlängert; der Registrar kann die Verlängerung noch stornieren. |
redemptionPeriod | Die Domain wurde gelöscht; 30 Tage lang kann nur der letzte Inhaber sie gegen Aufpreis wiederherstellen. |
pendingDelete | Die letzten 5 Tage; keine Wiederherstellung mehr möglich, danach ist sie für alle frei. |
Wann wird eine abgelaufene Domain frei?
Bei .com und den meisten generischen Endungen ist der übliche Weg: Ablaufdatum → Kulanzfrist des Registrars (Verlängerung zum normalen Preis, bis etwa 45 Tage) → Redemption-Phase (30 Tage) → Pending Delete (5 Tage) → frei. Der ganze Zyklus dauert oft 70–80 Tage, und begehrte Namen werden meist im Moment der Freigabe von Drop-Catching-Diensten registriert.
Länderendungen haben eigene Regeln, der Ablauf kann also deutlich anders sein. Um bei jedem Schritt Bescheid zu bekommen, fügen Sie die Domain unter Überwachung hinzu: Sie erhalten eine E-Mail oder Telegram-Nachricht, wenn sich Status, Ablaufdatum oder Verfügbarkeit ändern.
Domain-Abfrage mit whoistool
- Geben Sie eine Domain, eine URL oder eine IP-Adresse in das Suchfeld ein. Subdomains und Pfade werden automatisch entfernt.
- Das Ergebnis zeigt RDAP/WHOIS-Eintrag, DNS-Einträge, SSL-Zertifikat und Hosting-Anbieter nebeneinander.
- Domain-Alter vergleicht Registrierungs- und Ablaufdaten von bis zu 10 Domains auf einmal.
Quellen
- ICANN – Registration Data Access Protocol (RDAP)
- ICANN – EPP-Statuscodes
- ICANN – Registration Data Request Service (RDRS)
- ICANN – UDRP
- RFC 9083 – JSON-Antworten für RDAP
Dieser Ratgeber fasst öffentliche Informationen zusammen und ist keine Rechtsberatung.
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